Als katholische Privatschule verstehen wir es als unsere Aufgabe, unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln, sondern auch die Entwicklung ihrer Persönlichkeit durch eine ganzheitliche Erziehung auf christlicher Basis zu unterstützen. Sie zu ermutigen, soziale Verantwortung zu übernehmen, scheint uns gerade in der heutigen Gesellschaft besonders wichtig. Genau da setzt das Projekt "Compassion - soziale Verantwortung lernen" an, das wir ab dem laufenden Schuljahr in den 7. Klassen durchführen wollen. "Compassion" steht für "Mitleidenschaft", Wohlwollen, Zuwendung und Hilfsbereitschaft, für Haltungen also, die durch kein Gesetz verordnet werden können, die aber in einer Gesellschaft unerlässlich sind. Durch die Teilnahme an diesem Projekt möchten wir die soziale Sensibilität unserer Schüler/innen fördern, wir möchten die Heranwachsenden dabei unterstützen ein soziales Bewusstsein auszubilden und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern.
Im Zuge dieses Projekts wollen wir die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen für zwei Wochen in verschiedene soziale Einrichtungen schicken, sie am Leben dort teilhaben und im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitarbeiten lassen. Während dieser beiden Wochen sollen sie "ihre" Institution, die jeweiligen Klient/inn/en und Mitarbeiter/innen kennen lernen. Es ist ihre Aufgabe, sich - soweit wie möglich - in den entsprechenden Arbeitsprozess einzugliedern und im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzuarbeiten. Sie sollen aber auch aufmerksam werden auf Veränderungen, die sie selbst unter Umständen durch diese Tätigkeit durchmachen.
Selbstverständlich werden die Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Fächern auf diese Praxiszeit vorbereitet und auch die Aufarbeitung findet wieder im Unterricht statt. "Compassion" versteht sich also als Jahresprojekt, das wir als fixen Bestandteil in unser Curriculum aufnehmen wollen.
Neben der Vorbereitung im Fachunterricht ist es aber unabdingbar, auch Menschen einzuladen, die in den das Projekt unterstützenden Institutionen arbeiten, damit sie den Schüler/inne/n ihren Arbeitsbereich vorstellen und den künftigen PraktikantInnen helfen, Berührungsängste abzubauen. Immerhin kümmern sich die verschiedenen Einrichtungen um Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die den SchülerInnen in der Regel aus ihrem eigenen Alltag nicht unbedingt vertraut sind. Genau da setzt ein wesentliches Ziel von Compassion an: Die Schüler/innen mögen mit ihnen bislang nicht vertrauten Selbstverständlichkeiten konfrontiert werden, verschiedene Lebensumstände als gleichwertig erfahren, sich selbst in einer neuen Rolle erleben und diese in ihr Selbstbild integrieren, eigene, bislang unerkannte Fähigkeiten entdecken und schätzen lernen und - im Idealfall - im Laufe des Projekts erkennen, was im Leben letztlich wirklich zählt.
Am Ende der Prakikumswochen haben die Schüler/innen die Möglichkeit, über ihre individuellen oder auch gemeinsamen Erfahrungen in den verschiedenen Institutionen einerseits in der Peer-Group, anderseits mit Supervisor/inn/en zu sprechen.
Projektleiterin und Kontaktperson: Dr. Claudia Koliander-Bayer
E-Mail: claudia.koliander(at)ebgymhollabrunn.ac.at
Tel.: +43 (0)2952 4421

