Dr. Hans Hermann Groër
Zweimal Rotweißrot, dreimal Blaugelb
und das in sieben Jahren der Teilnahme am Österreichischen Bundesredewettbewerb der Jugend: Welche Schule, klein und jung wie die unsrige, würde sich nicht darüber freuen, daß aus ihren besten Rednern dreimal der Landessieger, zweimal der Bundessieger (und einmal der inoffizielle Zweitbeste) hervorgegangen ist.
Das verflossene Schuljahr war ein richtiger „Zwölfer”, es brachte uns allen viel Freude, für die wir danken müssen. Vor der Ehre des erwähnten Sieges im NÖ. Landhaus in Wien 1. zogen wir im Jänner die niederösterreichische Fahne hier auf, um den Herrn Landeshauptmann zu seinem ersten Besuch zu grüßen. Wenn St. Pölten als Landeshauptstadt Wirklichkeit sein wird, darf auch unsere Schule mit einem Gutpunkt daran beteiligt sein.
Die Woche der katholischen Schulen Österreichs rief unsere Vertreter zum Bundeskongreß nach Salzburg, wo sie den Arbeitskreis „Religiöse Erziehung” leiteten. Bei der Schlußmesse im Wiener Stephansdom stand dann eine starke Gruppe von Freiwilligen unter den vielen Tausend Schülern der anderen katholischen Privatschulen. Und am 1. Juni präsentierte sich das Aufbaugymnasium erstmals der großen Öffentlichkeit. Unser Wagnis brachte unerwartet viel Gewinn (nicht finanzieller Art) - kein Wunder, wenn man die harmonische Mitwirkung aller und die vielen Glückwünsche, nicht nur der Führung Niederösterreichs, sondern auch des britischen Königshauses in Betracht zieht.
Das Jahr bescherte erstmals Dressen für die diversen sportlichen Wettkämpfe, natürlich in den rotweißen Farben der Erzdiözese Wien und mit dem im vorigen Schuljahr gekürten AG-Schulemblem, dazu noch einen glänzenden Sieg der vielfach siegreichen Volleyball-Mannschaft der 6. Klasse.
In einem ersten AG-Wettbewerb um die beste deutsche und die beste englische Kurzgeschichte wurden in geheimer Wahl durch offizielle Stimmzettel die Sieger ermittelt (interessanterweise nicht aus dem heuer gegründeten Dichterkreis um Thomas Dungl kommend!).
Viel Freude bereitete uns auch die Gründung „Neuer Schulchor”. Die jungen Stimmen erklangen zu besonderen Anlässen und hörten sich recht gut an. Abseits von aller Aufregung um die Wahl des neuen Bundespräsidenten stattete eine kleine Delegation unserer Großen noch am 6. Juni dem scheidenden Staatsoberhaupt in der Hofburg einen Besuch ab, um ihm für sein zwölfjähriges Wirken zu danken. Diese Kühnen erhielten dann noch einen liebenswürdigen Brief des Präsidenten, der selbst einmal Aufbaugymnasiast (in Horn) gewesen war.
Die nachstehenden Seiten unseres kleinen Berichtes erzählen, was hier nur erwähnt ist. Alles in allem gibt es viel Grund zur Dankbarkeit. Auch in materieller Hinsicht: Wir konnten den Zeichensaal renovieren, in den Klassenzimmern der Oktava ein neue Heizung installieren und vieles andere mehr. Es gab nicht unbedeutende Anschaffungen zur Ergänzung der Lehrmittelsammlungen und Büchereien, zum Teil Spenden von privater und öffentlicher Seite.
Zuletzt darf hier auf keinen Fall unvermerkt bleiben, daß wir uns heuer wieder guter Nachbarschaft mit den Hollabrunner höheren Schulen, besonderer Förderung des Seminars und des Schulerhalters, immer auch des Wohlwollens der Schulbehörden erfreuten. Während es in Österreich und in der Welt schwere Probleme gab und gibt, ist uns viel Harmonie, Einheit und Fortschritt geschenkt gewesen.

