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Vorwort zum 13. Jahresbericht 1986/87



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Dr. Herwig Reidlinger


Direktor Dr. Hans Hermann Groër wird Erzbischof von Wien


Im Geleitwort hat unser Erzbischof schon auf die Veränderung hingewiesen, die sich am Aufbaugymnasium in der Leitung der Schule ergeben hat. Als uns im Juli des Vorjahres die Meldung erreichte, daß Dr. H. H. Groër zum Erzbischof von Wien ernannt worden ist, konnten wir das vorerst nicht glauben und suchten immer wieder Bestätigung in den Nachrichtensendungen. Doch während sich Reporter und Journalisten erst Informationen über den zukünftigen Erzbischof holen mußten, standen wir Lehrer und auch die Schüler vor genau der umgekehrten Situation: Wir kannten unseren ehemaligen Direktor so gut, daß uns allen klar war, welche Lücke sein Ausscheiden aus dem Schuldienst hinterlassen wird. Er hat im Jahr 1974 gemeinsam mit dem verstorbenen Rektor des Erzbischöflichen Seminars, Dr. Johann Kurz, das Aufbaugymnasium Hollabrunn gegründet. Waren es damals noch 28 Schüler in einer Klasse, konnten sieben Jahre später bereits sieben Klassen geführt werden, die von über 150 Schülern besucht wurden. Durch seine Persönlichkeit und seine reiche pädagogische Erfahrung hat er das Leben unserer Schule stark geprägt und ihr Ziel und Richtung gegeben. Den Dank an uns Lehrer in seinem Geleitwort muß ich ganz zurückgeben und hier festhalten, daß wir ungleich mehr empfangen haben, als dies umgekehrt möglich war. Obwohl es mit Worten schwer möglich ist, möchte ich unserem ehemaligen Direktor im Namen aller Lehrer und Schüler Dank für sein Wirken am Aufbaugymnasium sagen. Seine jetzigen Aufgaben sind größer, aber auch schwieriger, und wir wünschen ihm dafür Gottes Hilfe und Segen.

Es war ein erster Höhepunkt des heurigen Schuljahres, als wir am 14. September im Dom zu St. Stephan seine Bischofsweihe miterleben konnten. Im Rahmen der Woche des katholischen Religionsunterrichts konnten wir am 18. Oktober unseren Erzbischof im Aufbaugymnasium begrüßen. Etwa 400 ehemalige Schüler und Eltern waren der Einladung der Schule gefolgt, um mit ihm gemeinsam Eucharistie feiern und persönlich sprechen zu können. Verbundenheit mit seiner ehemaligen Wirkungsstätte zeigte Exzellenz aber auch dadurch, daß er am 20. Mai mit der Oktava, in der er mehrere Jahre lang Religion unterrichtet hatte, die Abschlußmesse vor der schriftlichen Reifeprüfung feierte.

Durch die vielen Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen, die von den Lehrern besucht werden mußten, ist die Chronik des abgelaufenen Schuljahres sehr umfangreich geworden. Erstmals nahm unsere Schule heuer am Fremdsprachenwettbewerb in Englisch und Französisch teil. Dabei konnte Bertram von Quadt den 2. Platz unter den niederösterreichischen Schülern erringen.

Im Rahmen der Visitation des Hollabrunner Dekanats besuchte Exzellenz DDr.H. Krätzl alle Klassen unserer Schule. Bei einer Diskussion mit den Schülern der 8. Klasse beantwortete er die oft kritischen Fragen der Jugendlichen.

Der erst im vergangenen Schuljahr gegründete Schulchor wagte sich bereits an große Aufgaben und gab unter der Leitung von Mag. A. Pach eine Probe seines Könnens in der Beethovengedenkstätte in Wien-Floridsdorf. Für das kommende Schuljahr ist sogar die Aufführung eines Musicals geplant.

Während die Schikurse schon zum festen Bestandteil des Schullebens gehören, fuhr heuer die Septima erstmals zu einer Schullandwoche nach Kärnten, um sich an Ort und Stelle über Kultur, Religion und Wirtschaft dieses Raumes zu informieren.

Das Ende des Schuljahres brachte bereits einige räumliche Veränderungen. Während sich bisher die Klassenräume des Aufbaugymnasiums im Tief- und Hochparterre des Erzb. Seminars Hollabrunn befanden, sollen ab kommendem Schuljahr alle Räumlichkeiten in den Nordtrakt des Gebäudes verlegt werden. Gleichzeitig mit dieser Übersiedlung wird auch der Ausbau der Sonderunterrichtsräume Musikzimmer, Zeichensaal und EDV-Raum erfolgen. Der Ausbau des Physik-Chemiesaales wird noch ein weiteres Jahr beanspruchen. Durch diese Modernisierung sollen die äußeren Bedingungen für einen besseren Unterricht an unserer Schule geschaffen werden.

In den folgenden Beiträgen finden sich ausführliche Berichte über wichtige Ereignisse des Schuljahres. Besonders hinweisen möchte ich auf den Artikel unseres Schulsprechers über die Aktivitäten der Schüler zur Verwirklichung einer ,,Schulpartnerschaft" und die Gedanken einer Mutter über die Aufgaben einer katholischen Privatschule.

Die Erfüllung der Aufgaben einer Schule ist nur durch eine Zusammenarbeit von Lehrern, Eltern und Schülern zu erreichen. Ich möchte daher am Ende des Unterrichtsjahres allen danken, die oft unbemerkt zur Verwirklichung dieses Zieles beigetragen haben. In meinem ersten Jahr als provisorischer Leiter der Schule muß ich besonders dem neuen Rektor des Erzb. Seminars, Msgr. Franz Grabenwöger, Dank sagen, daß die Zusammenarbeit mit ihm als Vertreter des Schulerhalters problemlos war. Bereitwillige Unterstützung fand unser Aufbaugymnasium aber auch durch die anderen Hollabrunner Schulen. Ihnen gilt der Dank unserer Schule, und ich hoffe, daß eine derartige Kooperation auch in Zukunft möglich ist.


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