Dr. Herwig Reidlinger
Ein ereignisreiches Jahr
![]() |
Als die Schüler Anfang September wieder in das Aufbaugymnasium strömten, mußten sie überrascht feststellen, daß etliche Veränderungen stattgefunden hatten. Die Klassenräume waren nicht mehr an den gewohnten Orten zu finden. In den Sommerferien hatten Handwerker den Nordtrakt des Seminargebäudes so umgestaltet, daß dort alle Klassen und Sonderunterrichtsräume untergebracht werden konnten. Deshalb waren zu Schulbeginn manche Klassen erst provisorisch eingerichtet. Durch die tatkräftige Mithilfe der Lehrer und Schüler gelang es jedoch bald, die Tische, Sessel und Kästen dorthin zu transportieren, wo sie auch tatsächlich benötigt wurden. Die Umbaumaßnahmen sollen in den kommenden Sommerferien fortgesetzt werden, wenn der Neubau eines Chemie-Physiksaales und die Einrichtung des Konferenzzimmers und der Direktion durchgeführt werden.
Änderungen gab es aber auch im Lehrkörper: Für ein Jahr verließ uns Mag. Erich Gschweidl, um gemeinsam mit seiner ganzen Familie in die Mission nach Ecuador zu gehen. An seiner Stelle unterrichtete Johannes Holly katholische Religion. Statt Maria Mantler begann Mag. Karin Führer, Leibesübungen für Mädchen zu unterrichten.
Schöne Erfolge konnte unser Schulchor ,,Cantoria Nova" unter der Leitung von Mag. Andrea-Maria Pach feiern. Im Herbst reiste er nach Belgien, wo er im Rahmen der Europalia mehrere Chorkonzerte gab. Die Schüler und Begleitlehrer wurden in der Stadt Raeren sehr gastfreundlich aufgenommen. Im Frühling kam der dortige Kinderchor unter der Leitung von Direktor Bruno Hellemanns nach Österreich. Beide Chöre sangen in Wien, Pulkau und Hollabrunn weltliche und geistliche Lieder. Uns allen fiel der Abschied von den Raerener Kindern und ihren Begleitern schwer.
Erstmals fanden in diesem Schuljahr Personalvertretungswahlen am Aufbaugymnasium statt. Inoffiziell hatte es an unserer Schule schon länger eine Personalvertretung gegeben. Aufgrund einer Gesetzesänderung und der Zustimmung des Schulerhalters war es möglich, diese Vertretung nun offiziell zu wählen.
Lehrer und Schüler wollten dem Gedenkjahr 1988 nicht ausweichen. In monatelanger Arbeit haben Schüler der beiden 7. und der 8. Klasse eine Ausstellung unter dem Titel „Jugend damals - Jugend heute“ vorbereitet. Diese Projektarbeit wurde in einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei ernteten die Schüler von allen Seiten viel Lob für die gelungene Ausstellung. Die Professoren Mag. Karl Höbartner, Mag. Peter Ausserhofer und Mag. Gerhard Falschlehner hatten die Arbeit der Schüler geleitet und koordiniert. Für die hervorragenden Leistungen, die sie bei der Vorbereitung und Durchführung erbrachten, wurde ihnen vom Landesschulrat für Niederösterreich ,,Dank und Anerkennung" ausgesprochen.
Die Matura in diesem Schuljahr war sowohl ein Jubiläum als auch eine Premiere. Ein Jubiläum, da sie die 10. Reifeprüfung an unserer Anstalt war, eine Premiere, da zum ersten Mal der Schulversuch „Fachbereichsarbeit“ durchgeführt wurde. Es war sehr erfreulich zu sehen, mit welchem Eifer die sechs Kandidaten daran teilnahmen und welch hohes Niveau die geschriebenen Arbeiten erreichten.
Zehn Jahre Matura am Aufbaugymnasium bedeutet aber auch, daß immer häufiger Nachrichten von abgeschlossenen Berufsausbildungen, Sponsionen und Promotionen ehemaliger Schüler in der Direktion eintreffen. Am Ende des vergangenen Schuljahres konnten wir die erste Primiz eines Absolventen mitfeiern. Drei weitere Anzeigen von Priesterweihen folgten. Diese Mitteilungen zeigen uns Lehrern, daß die oft mühsame und scheinbar unbedankte Unterrichts- und Erziehungsarbeit doch ihre Früchte getragen hat.
Mit großer Freude hat Lehrer und Schüler die Nachricht erfüllt, daß unser ehemaliger Direktor und nünmehriger Erzbischof Hans Hermann Groër von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt wurde. Trotz seiner vielen Verpflichtungen fand er immer wieder Zeit, das Aufbaugymnasium zu besuchen und unsere Schüler bei Exkursionen im Erzbischöflichen Palais in Wien herzlich zu empfangen.
Der Umbau des Aufbaugymnasiums wäre ohne Unterstützung der Erzdiözese Wien und ohne Zusammenarbeit mit dem Eb. Seminar nicht möglich gewesen. Bei diesen Stellen, bei allen Lehrern und Schülern möchte ich mich für die Mithilfe recht herzlich bedanken. Den Choraustausch mit Belgien hat das Land Niederösterreich finanziell unterstützt, dem ich ebenso wie allen Eltern und Freunden unserer Schule Dank für die Zusammenarbeit sagen muß. Der Schulbehörde, den anderen Hollabrunner Schulen und der Stadtgemeinde Hollabrunn danke ich für die vielfältigen Hilfen, die wir erhalten haben.


