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Vorwort zum 15. Jahresbericht 1988/89



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Dr. Herwig Reidlinger


Schola est semper reformanda


In den 15 Jahren seines Bestehens hat das Aufbaugymnasium schon einige kleinere Lehrplanreformen erlebt von denen einige Fächer mehr andere aber weniger betroffen waren. Mit kommendem Schuljahr tritt die Oberstufenreform in Kraft. die eine Änderung der Stundentafel der Lehrziele und Lerninhalte bringt. Außerdem werden sogenannte Wahlpflichtfächer einführt.

Es ist im vergangenen Schuljahr viel über die Vor- und Nachteile dieser Reform diskutiert worden. Teilweise haben Lehrer unserer Anstalt aktiv an der Gestaltung der neuen Lehrpläne mitgearbeitet. Im zweiten Semester mußten schließlich alle Mitglieder des Lehrkörpers nochmals die Schulbank drücken als sie in Fortbildungskursen über die Ziele und Inhalte der neuen Lehrpläne informiert wurden.

„Wozu diese Reform?“ werden sich manche fragen. Ist die jetzige Form der Oberstufe so schlecht gewesen daß sie ständig verbessert werden muß? Letztlich hat diese Reform das Ziel. den Schülern eine bessere und den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechende Ausbildung zu vermitteln. Dies soll einerseits dadurch erreicht werden, daß die Schüler aus mehreren Fächern diejenigen auswählen können, die ihren Veranlagungen und Neigungen am besten entsprechen. Andererseits soll der fächerübergreifende Unterricht stärker betont werden.

Manche Punkte dieser Reform wurden an unserer Schule durch Schulversuche bereits erprobt. Die neue Übergangsklasse entspricht dem Schulversuch, der bei uns seit mehreren Jahren erprobt wird. Auch die Fachbereichsarbeiten die heuer zum zweiten Mal von einigen Maturanten geschrieben wurden nehmen wahrscheinlich einen Aspekt der zukünftigen Form der Reifeprüfung vorweg. Weiters wurden durch Projektarbeiten oder Verlagerung der Schwerpunkte im Unterricht manche Ziele der Oberstufenreform bereits in den vergangenen Schuljahren verwirklicht.

Auch in anderer Hinsicht konnten im heurigen Schuljahr Voraussetzungen für die zeitgemäße Gestaltung des Unterrichts geschaffen werden. An erster Stelle ist hier der Bau und die Einrichtung des Physiksaales zu nennen, der in den Fächern Biologie Chemie und Physik benutzt wird. Er wurde bereits so konzipiert daß auch die Durchführung von Schülerversuchen, die im neuen Oberstufenlehrplan vorgesehen sind möglich ist.

An zweiter Stelle ist der Aufbau der Fremdsprachenbibliothek zu nennen. Die Zahl der Bücher und Schülertexte für Englisch und Französisch war in den letzten Jahren so gewachsen, daß eine Trennung von der Lehrer- bzw. Schülerbücherei notwendig wurde. Durch den Ankauf neuer Werke konnte ein Bestand aufgebaut werden, der einen lebendigeren Fremdsprachenunterricht ermöglicht. Als nächster Schritt soll im kommenden Schuljahr die Bibliothek des Seminars zu einer Schulbibliothek ausgebaut und sowohl für die Seminaristen als auch für die Aufbaugymnasiasten zugänglich gemacht werden.

Ein zeitgemäßer Unterricht ist ohne den Einsatz audiovisueller Hilfsmittel nicht möglich. Deshalb wurde ein zweiter Videorecorder mit Fernsehapparat gekauft. Da während des Schuljahres der 16 mm-Filmprojektor seinen langjährigen Dienst einstellte, mußte ein neues Gerät angeschafft werden. Dazu kam noch der Ankauf von Büchern, Landkarten, Folienserien und anderen Lehrmitteln.

Die oben angeführten Investitionen kann man herzeigen. Jeder, der unsere Schule besucht, kann sie sehen. Weniger leicht sichtbar sind andere Investitionen, die durch den Einsatz aller Lehrer in die Zukunft unserer Schüler getätigt wurden. Dieser Einsatz wäre ohne Optimismus und Vertrauen weder möglich noch sinnvoll. Und gerade die Zukunft unserer Jugend rechtfertigt sowohl das volle personale Engagement der Lehrer als auch die Bereitstellung finanzieller Mittel.

An dieser Stelle möchte ich der Erzdiözese Wien, dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst und dem Land Niederösterreich für die finanzielle Unterstützung danken. Schüler, Eltern und alle Lehrer haben dazu beigetragen, die Aufgaben unserer Schule zu erfüllen. Bei ihnen möchte ich mich ebenso bedanken wie für die gute Zusammenarbeit mit dem Eh. Seminar, mit den anderen Hollabrunner Schulen und mit der vorgesetzten Schulbehörde.


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