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Vorwort zum 18. Jahresbericht 1991/92



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Dr. Herwig Reidlinger


Höhen und Tiefen


Im abgelaufenen Schuljahr konnten einige wichtige Vorhaben verwirklicht werden, auf der anderen Seite mußte unsere Schule aber mit Rückschlägen fertig werden, deren Folgewirkungen derzeit noch nicht abzusehen sind.

Zuerst möchte ich die positiven Ereignisse aufzählen. Nach längeren Vorbereitungen und der Überwindung einiger Schwierigkeiten haben wir die Genehmigung erhalten, eine Schulbibliothek zu errichten, die in den Räumen der ehemaligen Seminarbibliothek untergebracht wurde. Über seine Erfahrungen mit dem ersten Bibliotheksjahr findet sich ein Artikel von Mag. Andreas Kubacek in diesem Jahresbericht.

Vor sechs Jahren wurde unsere Schule mit Personalcomputern ausgestattet. Die rasante technische Entwicklung brachte es mit sich, daß diese Geräte inzwischen nicht mehr dem heutigen Standard entsprachen. Es wurde daher ein Computernetzwerk mit acht Arbeitsplatzrechnern, einem Laserdrucker und neuer Software angekauft. In den Sommerferien wird der EDV-Raum vergrößert, damit sechs weitere Geräte an das Netzwerk angeschlossen werden können. Es werden dann die Schüler einer ganzen Klasse gleichzeitig an den Rechnern arbeiten können, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Im abgelaufenen Schuljahr gab es jedoch auch Rückschläge zu verzeichnen, da keine Übergangsklasse eröffnet werden konnte. Die dafür notwendige Eröffnungszahl von 18 Schülern, die ab September 1991 gilt, wurde nicht erreicht. Auch im kommenden Schuljahr wird die Führung einer Übergangsklasse nicht möglich sein. Leider geht damit auch ein charakteristisches Element eines Aufbaugymnasiums verloren.

Noch größer war allerdings der Schock, als wir erfahren mußten, daß ab September 1992 das Internat des Erzbischöflichen Seminars geschlossen wird. Für das Aufbaugymnasium, das unverändert weitergeführt wird, ist diese Schließung ein großer Verlust und ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Schule. Ein kurzer Rückblick auf die Entstehungsgeschichte unserer Schule soll dies verdeutlichen.

Im Jahre 1974 wurde das Aufbaugymnasium vom jetzigen Kardinal, Dr. Hans H. Groër, und dem damaligen Seminarrektor, Dr. Johann Kurz, unter anderem deshalb gegründet, damit mehr Studenten den Weg von den Hauptschulen ins Seminar finden. Daneben wurden von Anfang. an auch externe Schüler aufgenommen. Daß dieses Ziel erreicht wurde, zeigt die Tatsache, daß in den ersten Jahren der Anteil der Seminaristen etwa 60% betrug. In den folgenden Jahren sank dieser Anteil kontinuierlich ab, derzeit beträgt er nur mehr 11%. Gegenläufig entwickelte sich der Anteil der Mädchen an unserer Schule. In den ersten Schuljahren waren es etwa 20%, im abgelaufenen Schuljahr stieg der Anteil der Mädchen hingegen auf über 50% an. Nach den Anmeldungen der letzten Jahre zu schließen, werden in einigen Jahren die Burschen eine Minderheit von etwa 30% darstellen.

Hat das Aufbaugymnasium durch die Schließung des Seminars seine Existenzberechtigung verloren? Ich bin der Überzeugung, daß dies nicht der Fall ist. Gerade die oben erwähnten Schülerzahlen zeigen, daß von vielen Eltern eine Schule gesucht wird, wo ihren Kindern nicht nur Wissen, sondern auch eine ganzheitliche Erziehung und Hinführung zu einer christlichen Lebenshaltung geboten wird. Da ich mit Ende dieses Schuljahres die Schulleitung zurücklege, wird es Aufgabe eines neuen Direktors sein, dieses Ziel in den kommenden Jahren gemeinsam mit allen Lehrern noch besser in die Tat umzusetzen. Ein erster Schritt wurde bereits getan: beim Bundesministerium für Unterricht und Kunst wurde als Schulversuch die Einführung eines neuen Wahlpflichtgegenstandes „Einführung in die Humanbiologie und Humanpsychologie“ beantragt. Dafür erhielten wir heuer die Genehmigung. Ein Artikel in diesem Jahresbericht beschreibt diesen Schulversuch genauer.

Abschließend möchte ich noch Dank sagen für die finanzielle Unterstützung durch die Finanzkammer der Erzdiözese Wien und durch das Bundesministerium für Unterricht und Kunst, das den Ankauf von Büchern für die Schulbibliothek und das Computernetzwerk subventioniert hat. Mein Dank gilt auch dem Erzbischöflichen Seminar, den anderen Hollabrunner Schulen und den vorgesetzten Schulbehörden für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Schuljahr.


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