Mag. Leopold Rieder
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Der Beginn des Schuljahres 1992/93 brachte für das Aufbaugymnasium der Erzdiözese Wien einige personelle Änderungen mit sich. Da der bisherige Leiter der Schule, Mag. Dr. Herwig Reidlinger, einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Akademie in Strebersdorf annahm und die Leitungsfünktion sich mit seiner neuen Tätigkeit zeitlich nicht vereinbaren ließ, legte er jene zurück, und das Schulamt der Erzdiözese Wien bestellte mich zum neuen Leiter des Aufbaugymnasiums. Ich möchte an dieser Stelle meinem Vorgänger für den Einsatz und die Leistung, die er für die Schule erbracht hat, und auch für die gute Zusammenarbeit recht herzlich danken. Als Informatikfachmann steht er der Schule dankenswerterweise weiter zur Verfügung.
Eine weitere Anderung ergab sich in der Kanzlei durch den Wechsel der bisherigen Sekretärin, Frau Irene Rohringer, ins Erzbischöfliche Palais. An ihrer Stelle ist nun seit Schulbeginn Frau Gertraude Gottwald tätig, die sich innerhalb kürzester Zeit bestens eingearbeitet hat.
Neben den personellen Neubesetzungen kann das Aufbaugymnasium auch auf eine inhaltliche Neuerung im Fächerkanon verweisen. Als einziger Schule Österreichs wurde uns vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst die Führung des Wahlpflichtgegenstandes „Humanbiologie und Humanpsychologie“ zugestanden. Dieser Unterrichtsgegenstand, der von der 6. bis zur 8. Klasse gewählt werden kann, soll den Schülerinnen und Schülern mehr Verständnis und Wissen für den Umgang mit Menschen vermitteln und zugleich zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit dienen. Inhaltliche Schwerpunkte sind u.a. Erste Hilfe, gesunde Lebensführung, Suchtproblematik, Entwicklungs- und Sozialpsychologie, Heil- und Sonderpädagogik, pädagogische Soziologie und Kommunikation. Wie sich im abgelaufenen Schuljahr gezeigt hat, findet dieses neue Wahlpflichtfach bei den Schülerinnen und Schülern großes Interesse und positives Echo.
Neuland mußte das Aufbaugymnasium wie alle anderen AHS auch bei der neuen Matura beschreiten, die sowohl für die Lehrer als auch für die Schüler eine besondere Herausforderung darstellte. Im gemeinsamen Bemühen konnten die meisten Hindernisse auf dem Weg zu einem Reifeprüfüngszeugnis überwunden werden.
Als Absolventen einer allgemeinbildenden höheren Schule sollten unsere Maturanten qualifiziert sein, ihr Wissen und Können selbständig zu erweitern, sich weiterzubilden, große Zusammenhänge zu verstehen und Probleme in kritischer Prüfüng klären zu können. Das Erlangen dieser Allgemeinbildung stellt nicht nur eine wichtige Voraussetzung für ein Hochschulstudium dar, sondern soll die jungen Menschen auch befähigen, den Anforderungen des späteren Berufslebens durch die Breite und Tiefe des Wissens gewachsen zu sein.
Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Aufbaugymnasiums ergibt sich aus der Schließung des Erzbischöflichen Seminars, denn unsere Schule wird in Zukunft nur von externen Schülern besucht. Das Aufbaugymnasium hat dieser Tatsache Rechnung zu tragen und wird sich noch stärker der Öffentlichkeit zu präsentieren haben, ohne dabei vom christlichen Fundament abzurücken. Unsere Aufgabe als katholische Privatschule wird es sein, in den uns anvertrauten jungen Menschen eine Generation heranzubilden, die aus christlicher Glaubensüberzeugung und Verantwortung der Welt in bestmöglicher Weise dienen können wird.
Mein Dank gilt am Ende dieses Schuljahres all jenen, die in kooperativer, unterstützender und beratender Weise ihren Beitrag zum Wohl des Aufbaugymnasiums geleistet haben: den Mitarbeitern in der Direktion, die für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf des Schuljahres gesorgt haben, allen Kolleginnen und Kollegen für ihren Einsatz und ihr Engagement im schulischen Alltag und bei besonderen Anlässen; der vorgesetzten Dienstbehörde im Landesschulrat und im Schulamt der Erzdiözese für ihr Verständnis und Wohlwollen; der Finanzkammer der Erzdiözese für das offene Ohr bei Anschaffungswünschen. Der Dank sei auch an die Schüler ausgesprochen, die uns mit ihren Leistungen auf den verschiedensten Gebieten Freude bereitet und das Ansehen der Schule in der Öffentlichkeit gefördert haben. Gerade daraus schöpfen wir neue Kraft für die Zukunft. Ein besonderes Gefühl der Dankbarkeit möchte ich allen Eltern gegenüber zum Ausdruck bringen, die ihre Kinder unserer Schule in Obhut geben und uns damit großes Vertrauen entgegenbringen, das zu rechtfertigen unser weiteres Bestreben sein wird.


