Suchen nach:  
Vorwort zum 23. Jahresbericht 1996/97



^ Inhaltsverzeichnis der Vorworte ^


Mag. Leopold Rieder



Im Zeichen von „magis“ - motiviert, aktiv, grundsatzorientiert, innovativ, solidarisch - stand die Bildungsenquete der katholischen Schulen im Frühjahr 1997 in Salzburg, auf der die Bedeutung des katholischen Privatschulwesens in einer pluralen Bildungsgesellschaft klar herausgestrichen wurde. Welcher Beitrag wird von unseren Schulen im Rahmen des gesamten Bildungsangebotes geleistet?

Die christliche Schule sieht besonders den Zusammenhang von Bildung und Erziehung. Ein gebildeter Mensch wird durch sein Wissen geprägt und ist sich zugleich des verantwortungsvollen Einsatzes dieses Wissens bewußt. Erziehung zum christlichen Menschen erschöpft sich keineswegs in religiösen Übungen, sondern bedeutet ein Leben vermittelt zu bekommen, das sich am Vorbild und an der Lehre Christi ausrichtet. Unsere Zeit ist geprägt von einer sich rasant entwickelnden Wissenschaft und Technik und einer sich ebenso rasch verändernden Gesellschaft. Hier sind Menschen mit Verantwortungsbewußtsein gefordert, die sich bei Lösungsversuchen von Problemen im klaren sein sollen, daß nicht alles machbar ist und der Mensch sich einer höheren Instanz unterordnen muß.

Christliche Schule bedeutet auch das Wahrnehmen von mehr Autonomie. Je autonomer eine Schule in der Gestaltung der Lehrpläne, in der Anpassung an regionale Bedürfnisse, in der Wahrnehmung organisatorischer Bedürfnisse ihre Akzente setzt, desto mehr Verantwortung muß sie übernehmen und zugleich ihre Schüler zu mehr Selbständigkeit herausfordern.

Christliche Schule hat auch Integration ihren Platz zu bieten, was nicht heißt, das Leistungsniveau der Schüler auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen, sondern die Unterschiede in den Begabungen im Miteinander entsprechend ertragreich zu machen. Bei aller Befürwortung der Integration darf nicht übersehen werden, daß bestimmte Formen der Bedürftigkeit auch bestimmte Formen der Betreuung verlangen.
Christliche Schule hat in besonderem Maß auch Schulpartnerschaft zu leben, sind doch die Voraussetzungen dafür in geeigneter Weise gegeben. Die Eltern vertrauen ihre Kinder der katholischen Schule an, weil sie eine Schule mit bestimmten Bildungszielen ausgewählt haben. Im Hinblick auf die gleichen Ziele haben sich die Lehrer zusammengefunden, sodaß eine ideale Grundlage für den Bildungsweg der Kinder vorgegeben ist.

Neben dieser bildungspolitischen Perspektive sei noch auf den finanziellen Aspekt hingewiesen. Im Schuljahr 1996/97 besuchten mehr als 65.000 Schüler katholische Privatschulen, von denen wiederum 25.000 in 58 AHS unterrichtet wurden. Für jeden Schüler leisten die katholischen Schulerhalter (Diözesen, Orden, Kongegrationen, Institute und Vereinigungen) einen Beitrag, der pro Schuljahr zwischen 9.000 S und 13.000 S liegt, was für die öffentliche Hand eine jährliche Entlastung von 760 Millionen Schilling bedeutet.

Mit dem Dank an die Schulpartnerschaft für das gemeinsame gedeihliche Arbeiten und mit dem Dank an den Schulerhalter und die Schulbehörde für das Verständnis unserer Anliegen verbinde ich meine besten Wünsche für erholsame Ferien und einen guten Start ins nächste Schuljahr.


« Vorwort 1995/96 

 ^ Inhaltsverzeichnis ^

 Vorwort 1997/98 »