Mag. Leopold Rieder
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In diesem Schuljahr wurde uns wieder deutlich bewusst, in welch traditionsreichem Gebäude unsere Schule beherbergt ist. Am 2. Oktober feierte das Erzbischöfliche Seminar seinen 125. Geburtstag, an dem viele Zeitzeug/inn/en und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahmen.
Unsere Schule steht in der Tradition dieses Hauses und sieht sich der Vermittlung des christlichen Gedankenguts verpflichtet.
Für alle, die sich mit der Geschichte des Seminars auseinander setzen wollen, sei auf die umfassende Arbeit von Dr. Christine und Dr. Erwin Mann „Die große Geschichte des Kleinen Seminars“ verwiesen, die die Vergangenheit lesenswert aufgearbeitet haben.
Schulpolitisch geprägt wurde dieses Jahr durch den Wechsel an der Spitze des Bildungsministeriums und vor allem durch die Debatte um die Gesamtschule und Senkung der Klassenschülerhöchstzahl. Nach sofortigen Ankündigungen seitens des Ministeriums ist es jetzt wieder etwas ruhiger geworden.
Bei aller Kritik, die die Institution Schule und die sie tragenden Akteure in den letzten Jahren einstecken mussten, darf der große historische Verdienst von Schule nicht aus dem Blickfeld geraten: Schule hat sich in ihrer Geschichte zweifellos zu einem Erfolgsmodell entwickelt, hat sich dadurch doch Bildung erst demokratisiert, ist doch erst dadurch so etwas wie „Bildung für alle“ möglich geworden. Die direkte Folge davon war ihr Beitrag zur Stabilisierung von Wohlstand, Gesundheit und wirtschaftlicher Produktivität. Und es muss auch bedacht werden, dass es gegenwärtig keine ernsthafte Alternative zur Schule als formalem Bildungsort gibt, dass gleichwohl aber intensiv über die Schulformen, die Ausgestaltung, die Art der Wissensvermittlung, die Zugangsmöglichkeiten etc. nachgedacht und debattiert werden muss, dass Schule aber vorerst alternativlos der zentrale Pfeiler institutioneller Bildung für Kinder und Jugendliche bleiben wird.
Lehr- und Nichtlehrpersonal haben auch heuer wieder hervorragende Arbeit geleistet zum Wohle der Schüler/innen, was sich in der großen Akzeptanz unseres Gymnasiums dokumentiert.
Dank gebührt auch der vorgesetzten Dienstbehörde und hier vor allem den Beamt/inn/en des Bildungsministeriums und des Landeschulrates für NÖ, sowie dem Erzbischöflichen Amt für Unterricht und Erziehung und allen Unterstützer/inne/n und Gönner/inne/n unserer Schule.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen dieses Jahresberichts, der in kurzweiliger Form das abgelaufene Schuljahr Revue passieren lässt, und eine schöne, erholsame Urlaubszeit.


