Mag. Leopold Rieder
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Ein wesentliches Element des Engagements der Kirche im Bereich von Bildung und Erziehung stellen die katholischen Schulen dar, getragen von der Motivation die jungen Menschen bei der Entfaltung und beim Heranreifen ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Wir folgen einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, das die Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten in kognitiver, emotionaler, sozialer und motorischer Hinsicht zum Ziel hat. Eine wichtige Bedeutung kommt dabei der religiösen Dimension des Menschseins zu. Auch unsere Schule versteht sich als pädagogisch gestalteter Lebens- und Lernraum, in dem Kinder und Jugendliche wertbildende Erfahrungen machen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Orientierung für ihr Urteilen und Handeln im persönlichen, gesellschaftlichen, beruflichen und religiösen Bereich erwerben. Unter diesem Aspekt ist auch die Diskussion um die Einführung von Bildungsstandards und der Zentralmatura zu sehen. Schule muss die bestmögliche Bildung, die den Talenten und Veranlagungen junger Menschen in all ihrer Vielfalt gerecht wird, anbieten. Können die sogenannten „Bildungsstandards" nun die Bildung eines Menschen im genannten Sinn erfassen und beurteilen oder sollte man nicht besser von „Ausbildungsstandards" sprechen, mit denen der Erwerb von Grundwissen und Grundfertigkeiten erfragt werden kann? Die Persönlichkeitsbildung kann nicht durch Standards erhoben werden. Ist ein guter Schüler nun der, der die Standards erfüllt? Und ist eine gute Lehrerin die, der Klasse bei den Bildungsstandards gut abschneidet? Was ist mit jenem Lehrer, dessen Klasse nicht so gut abschneidet, der aber die Kinder dafür mehr zu sozialem Handeln anleitet? Was ist mit jener Schülerin, die in der Klasse freiwillig Aufgaben übernimmt? Sollen die Schülerinnen und Schüler nur noch zum guten Abschneiden bei der Überprüfung der Bildungsstandards erzogen werden?
Ähnliches gilt auch für die Zentralmatura. Wo bleibt unter Beachtung des Lehrplans die Individualität des Unterrichts? Müssen jetzt alle die gleichen literarischen Werke lesen und die gleichen mathematischen Beispiele üben? Vielleicht gelingt es doch noch, einen Teil der Aufgabenstellung in die Hände der unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer zu legen. Unsere Schule sieht all diesen Neuerungen trotzdem gelassen entgegen, weil wir uns unseres Ausbildungs- und Bildungsniveaus bewusst sind und dieses durch schulinterne Aktivitäten stetig zu verbessern suchen. So führten wird in diesem Schuljahr im Rahmen der Begabtenförderung zum ersten Mal einen Experts Day und Ateliertage durch, die eine äußerst positive Aufnahme bei den Schülerinnen und Schülern fanden. Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieser Tage beigetragen haben, im Besonderen bei der Leiterin und den einsatzfreudigen Expertinnen und Experten, vor allem aus der Elternschaft. Die im Vorjahr initiierte Aufnahme in den Kreis der UNESCO–Schulen ist äußerst rasch über die Bühne gegangen. Wir freuen uns, dass uns dieser Status als erst zweitem Gymnasium Niederösterreichs zugestanden worden ist und wir werden uns weiterhin für das Vermitteln von Werten wie Toleranz und Mitgefühl, verstärkt auch in Projektform, einsetzen. Mein Dank gilt der Initiatorin und ihrem Team für die bisher geleistete Arbeit. Ein deutliches Zeichen für eine funktionierende Schulgemeinschaft nach außen setzte die heuer bereits zum fünften Mal durchgeführte Schulwallfahrt. Auch hier ein herzliches Dankeschön.
Dank sei auch unseren Sponsoren gesagt, die uns immer wieder finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. So konnten heuer zum Beispiel Tischtennistische angekauft und für eine „bewegte Pause“ im Freien aufgestellt werden. Ein bestes Einvernehmen mit dem Erzbischöflichen Amt für Unterricht und Erziehung unter der Führung von Frau Hofrat Dr. Christine Mann und der Beamtenschaft des Landesschulrats für Niederösterreich förderte die positive Entwicklung unserer Schule. Wenn das vergangene Schuljahr als erfolgreiches bezeichnet werden kann, so liegt der Grund in der guten Zusammenarbeit des Lehrerkollegiums und im gemeinsamen Bemühen von Lehrern und Lehrerinnen, Mitarbeiterinnen, Eltern, Schülern und Schülerinnen, dem Schulerhalter, der Schulbehörde sowie den vielen Freunden und Gönnern. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.
Ihnen allen wünsche ich erholsame Sommerferien.


