Lehrausgang zur Hollabrunner Studentenverbindung (Juni 2006)

aus LES, der Lehrer-Eltern-Schüler-Datenbank des Real- und Aufbaugymnasiums Hollabrunn

Arminia und Puellaria Hollabrunn

Von Mag. Agnes Formanek

Da ich heuer in allen meinen Geschichtsklassen 3A, 4B und 6BC die Gründung von Studentenverbindungen im Zusammenhang mit der Metternich’schen Zeit und der Revolution von 1848/49 besprochen habe, wollten wir uns genauer ansehen, wie so eine Verbindung aufgebaut ist. Es ist immer gut, wenn Geschichte nicht nur trocken erzählt wird oder bearbeitet wird sondern vor Ort erlebt werden kann.

So organisierte ich Lehrausgänge zu den Hollabrunner Studentenverbindungen Arminia Hollabrunn und der Mädchenverbindung Puellaria. Langjährige Mitglieder der Arminia, genannt Alte Herren, erklärten uns das Wesen einer Studentenverbindung, ihre Traditionen, ihre Feste. Sie erzählten uns, dass der Vorsitzende einer katholischen Mittelschulverbindung wie die Arminia eine ist, oft erst 15 Jahre alt ist und den Vorsitz über an die 200 Mitglieder hat, die ganz unterschiedlich an Alter (bis 100 Jahre oder älter) oder Stellung sind (z.B. war Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger Mitglied der katholischen Mittelschulstudentenverbindung in Horn, der Waldmark). Und mit allen wird das Du-Wort gepflegt.

Ein Lied, das das Begrüßungslied jedes Festes einer Studentenverbindung ist, wird jeder Schüler und jede Schülerin am Ende seiner/ihrer Schullaufbahn hören oder singen: das Gaudeamus igitur.

Und vielleicht sieht der/die eine oder andere Leser Couleurstudenten (=Mitglieder einer Studentenverbindung) in Uniform bei einem Fronleichnamsumzug.

Die Reaktionen über die Studentenverbindungen reichten von verwundert über interessiert bis begeistert. Einen trockenen Kommentar möchte ich noch zitieren: "Es war auf jeden Fall besser als Unterricht in der Schule!"