Morgenkreis
aus LES, der Lehrer-Eltern-Schüler-Datenbank des Real- und Aufbaugymnasiums Hollabrunn
„UND JEDEM ANFANG WOHNT EIN ZAUBER INNE, DER UNS BESCHÜTZT UND DER UNS HILFT, ZU LEBEN.“ (H. HESSE)
Wer am Montagmorgen an unserer Schule zu Gast ist, wird den Wochenbeginn mit einem Morgenkreis erleben.
Der Morgenkreis, in dem sich Schülerinnen und Schüler mit ihrem Klassenvorstand im Sesselkreis versammeln, ist ein wesentliches Element des Marchtaler Planes.
Die Erfahrung des Schulalltages zeigt, dass es sinnvoll ist, junge Menschen am Beginn einer Unterrichtswoche auf die kommende Arbeitswoche entsprechend vorzubereiten und einzustimmen. Ein gemeinsamer Anfang soll die Schulwoche eröffnen und sie als Gabe und Aufgabe erlebbar machen. Gemeinschaft, Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit sind wesentliche Ziele der Erziehung in unserer Schule. Ein solcher Wochenbeginn ermöglicht es, den Schulalltag und das Schuljahr, das auch geprägt ist von gemeinsamen Festen und Feiern (Kirchenjahr) bewusster zu gestalten.
Im Morgenkreis geht es nicht um die Vermittlung von Lehrstoff, sondern um die zweckfreie Weise des Besinnens und Erkennens und eines ihm folgenden "lebendigen Tuns".
Inhaltlich orientiert sich der Morgenkreis an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler der Klasse. Da gibt es Zeiten u.a. des Hören-Lernens, des Sehen-Lernens, des In-Sich-Hinein-Hörens, des Zu-Hörens, der Übungen der Stille, des Fühlens, der Körpersprache, des Meditierens oder des Betrachtens u.v.a.m.
Der Morgenkreis ist darüber hinaus aber ebenso die Zeit der religiösen Erzählung und des Feierns wie des Gesprächs oder des kritischen Dialoges. Die Gesprächskultur wird gepflegt - das macht in Wahrheit frei für den anderen und für sich selbst.
Der Morgenkreis dient dazu:
- sich zu sammeln und zu konzentrieren
- Stille zu üben in verschiedenen Formen der Besinnung
- Gott zu begegnen in Formen des Gebetes und der Meditation
- die Sinne zu schulen, d.h. die Fähigkeiten zu üben im Sehen, Hören, Fühlen/Tasten, Riechen, Schmecken
- miteinander zu singen
- die Klassengemeinschaft zu fördern im Miteinander und im Gespräch
- Konflikte miteinander zu bewältigen
- alles weitere zu tun, das dazu beiträgt, die Woche gut miteinander zu beginnen.
(vergl: Ulrike Hieronymus, Der Morgenkreis als Unterrichtsbeginn, Oldenburg, München 1996. Marchtaler Plan, hg. Bischöfliches Schulamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart,Band 1, Rottenburg 1997. Marchtaler Blätter für die Schulpraxis, Auszüge zum Thema Morgenkreis, 1/1989.)
