Reformatoren 6B (Jänner 2006)
aus LES, der Lehrer-Eltern-Schüler-Datenbank des Real- und Aufbaugymnasiums Hollabrunn
Im Geschichtsunterricht hat sich die 6b mit Frau Prof. Formanek mit dem Thema Reformatoren beschäftigt. Hier werden exemplarisch zwei Reformatoren vorgestellt:
Martin Luther
Martin Luther (geboren 1483 und gestorben 1546) ist der geistige Vater der protestantischen Reformation. Als Augustiner-Mönch wurde er Theologe und Professor. Er wollte zunächst Fehlentwicklungen in seiner katholischen Kirche durch Reformen beseitigen. Durch seine theologische Neuentdeckung der Gnade Gottes, seine rhetorische und schriftstellerische Gabe und charismatische Persönlichkeit entfaltete er eine breite Wirkung, die von den Fürstentümern dazu genutzt wurde, die Macht von Papst Leo X und dem deutschen Kaiser zurückzudrängen. Unter dem Einfluss weltlicher Gewalt kam es dann zur Kirchenspaltung. Seine Lutherbibel zählt bis heute zu den wichtigsten Bibelübersetzungen. Er studierte an der Universität Erfurt in Thüringen und wurde dort zum Professor der Theologie ausgebildet. Nachdem er seine 95 Thesen gegen die katholische Kirche ausrief, wurde er von Kurfürsten Friedrich auf der Wartburg versteckt, um seinen Verfolgern zu entkommen. Dort vollendete er seine Bibelübersetzung ins Deutsche.
John Wyclif
Name: John Wyclif
Geb.: spätestens 1330
Geburtsort: Spreswell in Yorkshire
Gestorben: 31. Dezember 1384
- war ein englischer Philosoph, Theologe und Kirchenreformator
- bestritt den politischen Machtanspruch des Papstes
- er wandte sich offen gegen den politischen Einfluss des Klerus und bekämpfte das päpstliche "Antichristentum"
- er missbilligte Bilder-, Heiligen-, Reliquiendienst und das Priesterzölibat
- von ihm ausgebildete Reiseprediger verbreiteten präevangelische Grundsätze im Volk
- seine Lehren fanden in großen Teilen der Bevölkerung Zustimmunng und beeinflussten maßgeblich den Aufstand der englischen Bauern von 1381
- seine Schriften wurden von der Synode in Oxford als ketzerisch verurteilt, er verlor seine Kirchenämter-> Wyclif wurde aus Furcht vor einem Volksaufstand nicht angeklagt
- er führte sein Pfarramt fort und vollendete 1383 seine früher begonnene Bibelübersetzung aus der Vulgata in die Landessprache, die erste Übersetzung ins Englische
- das Konzil von Konstanz erklärte ihn 30 Jahre nach seinem Tod am 4. Mai 1415 zum Ketzer, verdammte 45 Artikel von ihm und befahl, seine Gebeine zu verbrennen
- man versuchte seine Anhänger auszurotten
