WAS IST EIGENTLICH REGENWALD?
Was macht den Wald zum Regenwald?
_ immer gleichbleibend warm + hohe Luftfeuchtigkeit
_ Niederschläge von insgesamt über 2000 mm das ganze Jahr über
_ Trockenzeiten dauern höchstens einige Wochen
_ enormes Höhenwachstum der Bäume
_ Gliederung der Vegetation in mehrere Stockwerke
Im Kronendach ist ein viel trockeneres Klima als in niedrigen Etagen und im `ErdgeschoßA. Typisch ist der Bewuchs mit Kletterpflanzen und Epiphyten.
Der tropische Regenwald ist ein höchst komplexes Ökosystem voll gegenseitiger Abhängigkeiten und fast geschlossener Kreisläufe.
Mehr als die Hälfte aller irdischen Tier B u. Pflanzenarten sind im Regenwald heimisch.
Wie kommt der Regen in den Wald?
Nur 3 des Niederschlags versickert im Boden des Regenwalds und gelangt in die Flusssysteme, alles übrige wird von den Wurzeln der Bäume aufgenommen, in den Stämmen hinaufgepumpt und durch die Spaltöffnungen der Blätter als Dampf ausgeschwitzt.
Das üppige Blattwerk der Bäume bildet eine riesige Verdunstungsfläche, das Schwitzen erzeugt einen Unterdruck in den Leitgefäßen der Bäume und wirkt als Pumpantrieb.
Durch das Verdampfen bleibt die Temperatur im Wald erträglich, da die Umgebung dadurch abgekühlt wird.
Über den Baumwipfeln ballt sich der hochsteigende Wasserdampf zu Wolken, die über ihnen auch wieder abregnen.
So erhält sich der Regenwald seinen speziellen Wasserkreislauf.
Was hat der Amazonas B Regenwald mit der Sahara zu tun?
So unglaublich es klingt: die afrikanische Wüste düngt den Regenwald in Südamerika!
Die Passatwinde treiben aufgewirbelten Wüstenstaub gen Westen, gewaltige Gewitterstürme über den Wäldern des Amazonas saugen diesen geradezu an und der Regen wäscht ihn sofort wieder aus der Atmosphäre. Die Staub B u. Sandpartikel bestehen aus zerriebenem Gestein und aus Überresten toter Pflanzen und Tiere, sie sind also reich an organischen Substanzen, Mineralien und Spurenelementen. Über 500 Millionen Tonnen werden jährlich von Afrika nach Südamerika verfrachtet.
Der Nährstoffkreislauf im tropischen Regenwald ist zwar eng geschlossen, trotzdem kommt es zu beträchtlichen Verlusten, die der Saharastaub wieder ausgleicht.
Warum findet sich auf so kargen Boden soviel Reichtum?
Oft wächst die hochproduktive Lebensgemeinschaft Regenwald auf sandigem, unfruchtbarem Böden.
Dass solche Fülle gedeihen kann, beruht auf dem Klima, das ganzjähriges Wachstum ermöglicht.
Pilze, Bakterien und andere Bodenlebewesen bauen tote Tiere und Pflanzen sehr schnell ab. Die Bäume nehmen die Abbauprodukte mit ihren Wurzeln sofort wieder auf.
Im Wald der gemäßigten Klimazonen wird der Nährstoffvorrat hingegen als Humus gespeichert.
Die Pflanzen im Regenwald haben sich auf unterschiedliche Weise an den Nährstoffmangel angepasst:
_ manche leben als Parasiten anderer Pflanzen und zapfen deren Saftstrom
an
_ Epiphyten nützen Äste nur, um näher beim Sonnenlicht zu sein
_ Aronstabgewächse fangen mit speziell ausgebildeten Wurzeln Niederschlag und die darin enthaltenen Nährstoffe aus der Luft und filtern Mineralien heraus
_ Die Kannenpflanzen in asiatischen Regenwäldern beziehen Stickstoff und Mineralsalze aus den Körpern der Insekten, die sie mit raffinierten Fallen fangen und mit ihren Verdauungssäften zersetzen
Wie beeinflussen Regenwälder das Weltklima?
Anders als man früher glaubte, funktionieren Regenwälder keineswegs als globale Klimastabilisatoren, da Kohlenstoff, Wasser und Nährstoffe dort in nahezu geschlossenen Kreisläufen zirkulieren.
Würden die Regenwälder also unberührt bleiben, würden sie sich kaum auf das weltweite Klimageschehen auswirken.
Werden allerdings große Waldflächen brandgerodet, entweicht der in der Biomasse gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre; das sind derzeit jährlich zwischen 5 und 11 Milliarden Tonnen!
Unvollständige Verbrennung, Zersetzungsprozesse und landwirtschaftliche Nutzung der gerodeten Fläche hinterlassen außerdem Treibhausgase wie Methan, Stickoxide und bodennahes Ozon, die das Klima erheblich beeinflussen.
Gedeihen auch Pflanzen im düsteren Parterre?
Einige Pflanzen haben sich an das Halbdunkel angepasst, indem sie sich von Abbauprodukten des verrottenden Laubes ernähren und von den photosynthetischen Leistungen anderer Pflanzen profitieren.
Aber z.B. Farne, die sehr langsam wachsen, können auch bei schwachem Licht Photosynthese betreiben.
Manche Blütenpflanzen bedecken große Flächen des Bodens, aber Blüten oder Früchte entwickeln sie nur, wenn sie ins Licht finden.
Baumsämlinge, die zu Boden fallen, ruhen so lange, bis einmal ein Baum umfällt und eine Lichtung in das geschlossene Kronendach reisst _ dann beginnen sie zu keimen.
Warum gibt es im Regenwald so viele außergewöhnliche Lebewesen?
Einige Merkmale der heimischen Tiere wirken wie eine Laune der Natur ( z.B. riesengroße Schnäbel oder extrem lange Schwanzfedern), dabei machen diese die Männchen für die Weibchen attraktiver.
Ein buntes Gefieder weist auf einen guten Ernährungszustand des Männchens hin, was in einem Lebensraum, in dem Nährstoffe knapp sind, sehr wichtig ist.
Andere Tiere wiederum haben riesengroße Augen, z.B. Koboldmakis, Geckos und Frösche. Sie entstanden als Anpassung an eine Lebensweise, sie sich vorwiegend in der Dämmerung abspielt.
Nachtaktive Tiere haben dagegen ihre Sehorgane zurückgebildet und orientieren sich anders B Geißelspinnen z.B. mit Hilfe mechanischer und chemischer Sensoren, die sich auf ihren Tastbeinen befinden.
Aufgrund des Grundsatzes der Evolution `Anpassen oder UntergehenA haben manche Arten die ausgefallensten Tarnungs B u. Täuschungstricks entwickelt.
Trotz des enormen evolutionären Drucks haben viele urtümliche Lebewesen überlebt, z.B. das Faultier, das Gürteltier, der Tapir und die Makis.
[1]Hinzu kommt, dass gerodete Flächen mehr Sonnenenergie zurückstrahlen.
Wind und Wasser tragen die dünne Krume ab, die Gebiete verwüsten, was die Rückstrahlung weiter erhöht und regional zu einer Temperatursenkung führen kann.
Auch die Verdunstung und somit der Wassergehalt der Luft nehmen ab und es bilden sich weniger Wolken.
Ob all diese Effekte schlussendlich zu einer Erwärmung oder Abkühlung führen, ist unklar.
Höhere Temperaturen würden zwar zu einem besseren Gedeihen des Regenwalds führen, aber dadurch wächst auch die Wahrscheinlichkeit für Klima-Anomalien wie den `El NinoA. Diese Erscheinung verursacht in weiten Teilen der Tropen und Subtropen ungewöhnlich heftige Regenfälle oder extreme Trockenheit.
Auch die Waldbrände, die zwischen 1997 und 1999 in Amazonien und Südostasien große Flächen verwüsteten, sind Folge des El Nino.